Ein Leben mit ED – Ein Hundeleben? -1

Heute möchte ich euch von unserem Leben mit der wirklich hundsgemeinen Ellbogendysplasie, kurz ED, berichten. Leider ist Cooper betroffen und wir haben in den inzwischen sechs Jahren, die er jung ist, eine Menge durchgemacht.Während des Schreibens ist mir aufgefallen, dass ich eine ganze Menge zu erzählen habe und der Bericht jetzt schon unheimlich lang ist, dewegen habe ich mich entschieden die komplette Geschichte aufzuteilen.Als erstes eine kurze, sehr stark vereinfachte Info, was ED ist: Als ED werden verschiedene Erkrankungen der Ellbogen zusammengefasst. Cooper ist betroffen von OCD (Osteochondrosis dissecans) und FCP (Fragmentierter Processus Coronoideus medialis). Wobei er die OCD im Knie und nicht im Ellenbogen hat(te). Diese treten beim Hund meistens im Alter von ca. fünf Monaten auf. ED kann leider nicht geheilt werden und führt zu Lahmheit (von uns liebevoll Humpelitis genannt) und Arthrose im betroffenen Gelenk. Zur Entstehung von ED tragen verschiedene Faktoren bei z.B. die Ernährung, Schnelligkeit des Wachstums und erbliche Faktoren.

Ich hatte eigentlich gedacht so gut wie sicher vor ED (und auch HD) zu sein, durch die sorgfältige Auswahl des Züchters (wie in „Wie ich zum Cooper kam“ erwähnt). Ich habe das Futter gerfüttert, das mir gesagt wurde, mich an den Fütterungsplan gehalten und auch sonst alle Anweisungen befolgt: Cooper solange es ging die Treppe runtergetragen (sind zum Glück nur ein paar Stufen), keine Gewaltmärsche gemacht und die Runden altersgerecht peu à peu verlängert. Ich habe ihn nur mit gleichaltrigen Hunden und ählicher Größe spielen lassen… (andere Hundebesitzer meinten, ich packe ihn in Watte) und trotzdem ist „es“ passiert. Zwangsweise habe ich mich seitdem immer wieder mit dem Thema ED auseinandersetzen müssen und festgestellt: Frage vier Leute, erhalte fünf Meinungen.

Bei meinen zahlreichen Recherchen habe ich u.a. erfahren, dass ein Hund an ED erkranken kann, auch wenn die Eltern kein ED haben, weil diese trotzdem die Veranlagung vererben können. Hinzu kommt die Ernährungskomponente. Ein Hinweis, den ich zu diesem Thema gefunden habe ist, dass das Welpenfutter zulange gegeben wird und der Welpe dadurch zu schnell wächst. Ich bekam das Welpenfutter und auch das „Anschlussfutter“ direkt vom Züchter mit und habe es laut Futterplan gegeben. Ich habe das im Nachhinein nie genauer recherchiert inwiefern ich da vielleicht Fehler gemacht habe, es würde nichts mehr daran ändern, dass die Dinge so sind wie sie sind, aber generell würde ich bezüglich der Ernährung bei einem neuen Hund von Anfang an auf gewisse Dinge achten. (Hierzu werde ich bei Gelegenheit mal einen Artikel verfassen.) Fest steht jedenfalls „die Erklärung“ für ED gibt es nicht, jeder Fall ist wegen der verschiedenen Einflussfaktoren einzeln zu betrachten und selbst dann wird es schwer sein eine genaue Ursache zu finden. Auf alle Fälle wuchs Cooper wirklich ziemlich schnell zu seinem stattlichen Kerl heran.

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3 Monate

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5 Monate

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7 Monate

Unsere Geschichte beginnt, als Cooper acht Monate alt war, er spielte mit seiner besten Freundin Cody auf dem Acker, die beiden waren fröhlich am rennen. Es war ein dritter Hund dabei, der an einer Flexileine war. Cooper rannte in die Leine, überschlug sich und… humpelte (hinten links). Zuerst dachte ich an eine Zerrung und gab der Sache ein paar Tage Zeit, aber es wurde nicht besser. Schließlich gingen wir zum Tierarzt, ziemlich schnell stand der Verdacht OCD im Raum, nachdem die Therapie mit einem entzündungshemmenden Schmerzmittel und Leinenzwang nicht anschlug. Leider bestätigte das Röntgenbild den Verdacht. Als mir die Ärztin das Röntgenbild erklärte merkte ich erst wie mir der kalte Schweiß ausbrach, mir dann schlecht wurde und schließlich musste ich mich hinsetzen. Für mich brach eine kleine Welt zusammen, ich hatte doch alles getan und dann trotzdem sowas. Natürlich habe ich mir Vorwürfe gemacht, dass ich nicht verhindert habe, dass er in Anwesenheit einer ausgezogenen Flexileine so rennt, aber die Ärztin meinte, dass er es unbeschadet überstanden hätte, wenn bei ihm vorher alles in Ordnung gewesen wäre. Ich habe mich gefragt warum ausgerechnet ich den „kaputten“ Hund erwischt habe. Aber die Antwort liegt auf der Hand: Der liebe Gott hat gewusst, dass ich alles, aber auch wirklich alles dafür geben und machen würde, damit es meinem Schatz gut geht. Cooper hatte sich im Knie ein Stück Knorpel rausgebrochen, im Alter von zehn Monaten hatte er seine erste OP, ihm wurde ein Stück Knorpel transplantiert. Danach hatten wir sechs Wochen Leinenzwang und Minirunden und das mit einem Hund, der noch kein Jahr alt war. Aber es hat sich gelohnt. Das Knie war danach wie neu und bis heute ist er an der Stelle beschwerdefrei.

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Erster Verband

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Zweiter Verband

Wenn die Hunde ein Jahr werden können sie für den Zuchtverband HD und ED geröntgt werden. Ich habe das ein bisschen nach hinten verschoben, weil ich dem „kleinen“ Kerl nicht zweimal in kurzer Zeit eine Vollnarkose zumuten wollte. So wurde er also erst geröntgt als er eineinhalb Jahre alt war. Das Ergebnis, das vom Verband kam, war ernüchternd ED (FCP Arthrose Grad II) im linken Ellbogen. Erstmal war es nur ein Befund auf dem Papier mit dem Wissen, dass Ballspiele ab jetzt tabu sind. Das lief rund ein Jahr gut.

Als Cooper zwei dreiviertel Jahre alt war rannte er über eine Wiese, ohne dass irgendwas besonderes erkennbar gewesen wäre und auf einmal stand er nur noch auf drei Beinen und hielt sein linkes Vorderbein komisch, es stand irgendwie ab. Das passierte natürlich als er für ein paar Tage bei einer Freundin war, weil ich mit der Firma am Wörthersee war und ihn nicht mitnehmen konnte. Sie fuhr mit ihm zum Tierarzt, er wurde geröngt, bekam ein Schmerzmittel und ihr wurde direkt ein Termin für eine OP mitgegeben. Es schwirrte ein loser Splitter durch das Gelenk, der rausgeholt werden musste. Ich erfuhr es, als meine Freundin mich vom Flughafen abholte. Dieses Mal hat es mich nicht mehr so geschockt, ich wusste, dass das mit ED passieren kann. Es brach mir allerdings das Herz, als ich bei ihr ins Wohnzimmer kam und mein kleine Häufchen Elend auf seinem Kissen liegen sah. Leider war der OP Termin erst am übernächsten Tag.

Am darauffolgenden Tag fing Cooper morgens an zu weinen. Die Ärzte hatten gesagt, dass das eine Nebenwirkung des Schmerzmittels sein kann. Da dessen Gabe aber schon zu dem Zeitpunkt länger her war, habe ich also beim Arzt angerufen um zu fragen, ob es tatsächlich eine verspätet auftretende Nebenwirkung ist, oder ob der arme Kerl schlimme Schmerzen hat. Da hieß es dann, nein, das kann keine Nebenwirkung mehr sein, ich müsse nochmal vorbeikommen. Da Cooper wirklich hart im Nehmen ist, bedeutet es, dass er wirklich schlimme Schmerzen haben muss, wenn er so weint. Also gab es für ihn noch eine Spritze und für abends bekam ich noch „Drogen“ mit, damit er die Nacht gut durchhält. Am nächsten Tag ging es dann auf den OP Tisch zur Athroskopie. Danach folgten zehn Wochen Leinenzwang, spielen war tabu. Anfangs habe ich ihn tatsächlich meistens nur ins Beet vorm Haus getragen zum Pischi & Pupsi machen. Den Pupsi habe ich lieber weggeräumt als Cooper bis zum nächsten Gebüsch zu schleifen. Es waren echt harte Wochen, er musste mit ins Büro, weil er ja nicht mit anderen Hunden Kontakt haben durfte und dann nur Minirunden gehen, da haben wir das Klickern angefangen und Tricks geübt, soweit es eben mit dem lädierten Beinchen ging und das Hütchenspiel gespielt (unter welchem liegt das Leckerchen). Zum Glück durfte er relativ schnell wieder Trailen.

to be continued…

 

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